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Historische Gebäude

1. Oberamtskanzlei

Da die ursprüngliche hohenlohische Kanzlei im 30-jährigen Krieg zerstört wurde, erbaute man 1698 als Ersatz die Oberamtskanzlei.

1742 wurde sie im Stile des Barocks renoviert. Später diente die Kanzlei als Gefängnis und nach dem Zweiten Weltkrieg als Polizeistation. Seit 1990 ist sie jüngster Teil des Gollachgaumuseums.

Daneben findet sich die barocke Schranne aus dem Jahr 1662 mit einem  bemerkenswerten dreistöckigen Dachstuhl mit Fledermausgauben. Das Gebäude diente zur Einlagerung des Getreidezehnts. Danach war bis 1996 die Freiwillige Feuerwehr untergebracht.

2. Markgräfliches Schloss

Ursprünglich war das Schloss die Wasserburg der Herren von Uffenheim, ab 1266 derer von Hohenlohe-Uffenheim-Endsee. Durch Verkauf der Herrschaft an die Burggrafen von Nürnberg 1378 wurde das Schloss Sitz der Hohenzollern im Nordwesten der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach. 1462 brannte das Schloss ab und wurde anschließend mit dem westlichen Treppenturm im Innenhof wieder aufgebaut.

1734 -1752 erfolgte ein barocker Umbau durch Johann David Steingruber. Danach diente das Schloss Jagdschloss von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich zur Ausübung der Reiherjagd.

Heute ist dort das Finanzamt des Landkreises Neustadt/Aisch - Bad Windsheim untergebracht.

3. Heisenstein

Der Heisenstein war ein Pranger, an dem Missetäter gebrandmarkt wurden, ehe sie die Stadt verlassen mussten. An den engen Straßenzug reihen sich kleinstrukturierte Häuser, zum Teil aus der Barockzeit.

Das zweigeschossige barocke Eckhaus am unteren Straßenende mit Walmdach und Gurtgesims war 1802 Eigentum des Kammerrats Johann Friedrich Macco, Vater des bedeutenden Portrait- und Schlachtenmalers Alexander Macco.

4. Heinrichsturm

Basteiartig vorgelagerter Turm an der Nordwestecke der Stadtmauer. Von hier aus konnte die Westflanke der Stadtmauer bis zum weiter südlich stehenden grazilen „Schulzenturm“ bestrichen werden. Unterhalb des massiven Kellergeschosses befindet sich ein fensterloses Verließ, welches nur durch eine Luke von oben zugänglich war. Hier wurden die Delinquenten vor ihrer Brandmarkung am „Heisenstein“ untergebracht

Das achtseitige Obergeschoss mit Pyramidendach war früher die Dienstwohnung des Stadtwachtmeisters und wurde bis in die neuere Zeit bewohnt.

5. Haus der Kirche

Das Haus wurde 1901 als Königlich-Bayerisches Amtsgerichtsgebäude mit Grundbuchamt und Dienstwohnungen für den Amtsgerichtsbezirk Uffenheim errichtet. Es handelt sich um einen repräsentativen Gründerzeitbau mit Elementen des Jugendstils. Bemerkenswerter ist der Giebel mit königlichem Wappen.

Durch die Landkreisreform von 1972 verlor Uffenheim die Funktion als Amtsgericht.

Das Haus wurde 1976 vom evang.-luth. Dekanatsbezirk unter Dekan Max Tratz erworben und zum „Haus der Kirche“ und Sitz der kirchlichen Verwaltung des Dekanats umfunktioniert.

6. Marienkirche

Hierbei handelt es sich um einen neuromanischen Backsteinbau von 1893 mit ungegliedertem Langhaus und Apsis. Die Marienkirche ist der erste nachreformatorische Kirchenbau der kath. Gemeinde, die ab 1806 von der Pfarrei Rodheim betreut wurde.

 

Über dem Kirchenportal findet sich das Motiv der Rose als Symbol des sich ewig erneuernden Lebens. Auf dem  Altar ist die zentrale Skulptur die Mutter Gottes, flankiert von den Bistumsheiligen Heinrich II. und Kunigunde.

7. Schwarzer Adler

Der Schwarze Adler ist ein ehemaliges Markgräfliches Brauhaus. Der Bau ist ein massives, verputztes zweigeschossiges Eckhaus mit Walmdach. Es besitzt ein schönes Sandsteinportal mit über Eck gestellten Lisenen, stark profiliertem Gesims und vasenbekrönter Supraporte mit Wappenreliefs (Hohenzollern, Brauerzunft) und Maskenkeilstein. Der geschmiedete Ausleger mit schwarzem Adler von 1701 war wohl Namensgeber des Brauhauses.

Zum Haus gehört ein beeindruckender Gewölbekeller, der sich unter dem Biergarten befindet und bis zu den Nachbarhäusern erstreckt.

8. Neue Gasse

In der neuen Gasse findet sich weitgehend ein einheitlicher Baubestand. Die Traufseiten der Häuser zeigen alle zur Straßenseite. Alle Häuser bereits mit Brandschutzmauern, sind einstöckig und haben Giebeldächer. In der Neuen Gasse erfolgte die erste und einzige Stadterweiterung in der Markgrafenzeit. Carl Friedrich Wilhelm erließ im Jahr 1737 eine sog. „Baugnade“. Bauwillige bekamen das Grundstück und Bauholz umsonst sowie Steuerbegünstigungen, aber auch Auflagen.

9. Würzburger Torturm

Seinen Ursprung hatte der Turm in der ersten Hälfte des 14. Jhd. unter dem Edlen Ludwig von Hohenlohe. Das gemauerte untere Drittel wurde 1583 mit Fachwerk erhöht, eine Barbakane zur oberen Vorstadt angebaut. 1696 erfolgte eine weitere Erhöhung mit verputztem Fachwerk und Abschluss mit der charakteristischen Zwiebel.

Bis 1953 wohnten hier die Stadttürmer. Das „Wolf’sche Haus“, ein Neubau von 1953, war im Kern ein spätmittelalterlicher Ständerbau. Das Natursteinportal mit Wappen und der Inschrift „Christian Valentin Schäfer 1792“ ist noch erhalten. Spätestens seit 1603 war es bis 1908 ein Brauhaus.

10. Scherenhof

Erbaut 1571 und benannt nach einer Dynastie von Gerbern mit dem Namen Scherer. Das zweigeschossige Giebelhaus verfügt über ein massives, verputztes Erdgeschoss und ist ein bedeutendes Beispiel städtischen Fachwerkbaus in Franken mit Mannfiguren und Feuerböcken. Über dem Südfenster findet sich das Zollernwappen. An der Süd-Ost-Ecke über hölzernen Konsolen ist ein Erker mit Pyramidendach, der das Fachwerkbild des Obergeschosses fortsetzt. Bis Anfang des 20. Jhd. diente das Gebäude als Hafnerei der Familie Burkert, daher stammt auch der Name Burkertshaus genannt.

11. Alte Post

Das ehemalige Gasthaus, erbaut um 1709, ist, wie die umliegenden Häuser auch, mit der Traufseite zur Schlossstraße gerichtet und bildet mit den anderen Häusern aus dem 18. Jahrhundert ein Ensemble. Das Obergeschoss zeigt ein symmetrisch angeordnetes Sichtfachwerk mit historisch gesicherter grauer Farbgebung.

Die Tavernwirtschaft mit eigenem Braurecht diente ab 1731 bis 1880 als Posthalterei.

Hier übernachteten u. a. schon König Ludwig I. von Bayern und 1836 König Otto I. von Griechenland.

12. Alte Deutsche Schule

Das „Deutsche Schulhaus“ von 1655 wurde im unteren der Straße zugewandten Teil einst als Fleischhaus genutzt. Das Haus musste allerdings im Jahr 1739 neu errichtet werden, da es zu baufällig war. 1834 wird das Untergeschoss des Schulhauses als Schranne/Getreidespeicher erwähnt. Die „Deutsche Schule“, ein Vorläufer der heutigen Volksschule, war später eine reine Mädchenschule.

Außerdem ist es Geburtshaus des späteren Dekans Johann Friedrich Christoph Bauer, der im Jahr 1848 Abgeordneter und Vizepräsident des Parlaments in der Frankfurter Paulskirche.

13. Markgrafenbrunnen

Eine doppelläufige Steintreppe umrahmt den Brunnen, der 1749 errichtet wurde zur Verleihung des englischen Hosenbandordens an Markgraf Carl Wilhelm Friedrich, dem Neffen der englischen Königin Caroline.

Im Medaillon wird auf die Stifter (die Vorstände der Stadt Uffenheim), den Oberamtmann Christian Philipp Friedrich Baron von Seckendorff sowie den Landesherrn verwiesen.

14. Stadtkirche

Die ehemalige Taufkirche der Urpfarrei Gollhofen wird 1291 als Pfarrstelle einer romanischen Kirche erstmals erwähnt. Der darauffolgende Barockbau aus dem Jahr 1731 stammt vom Hofbaumeister Karl Friedrich von Zocha und wurde bei einem Brand 1890 leider zerstört.

Der heutige neobarocke Bau mit klassizistischen Elementen wurde nach dem Krieg durch die Architekten Siemsen und Otto Wicht unter Verwendung der alten Außenmauern wieder errichtet. 1988 folgte die Neugestaltung des schlichten, ausgeglichenen Innenraumes. Die Glasfenster der Apsis sowie der Altar, der Taufstein und das Chorkreuz konnten durch Stiftungen beschafft werden.

15. Rathaus

Ein früheres gotisches Rathaus mit Erker und Händlern im Erdgeschoss brannte 1620 ab. Es folgte ein barocker Neubau.

Das Rathaus und das Archiv der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und dann 1953/54 wieder aufgebaut. Die sich westlich anschließende ehemalige Husarenwache wurde 2007/2008 aufgestockt.

16. Stadtapotheke

Nach der Zerstörung im April 1945 wurde das Gebäude in den Jahren 1947-1949 neu gebaut. Ursprünglich war das Gebäude ein Doppelhaus mit zwei eigenständigen Hausnummern. Die rechte Hälfte kaufte 1728 der Apotheker Joh. Georg Model und richtete dort spätestens 1736 eine Apotheke ein, die sich früher im Gewölbe (Untergeschoss) des Rathauses befand.

1851-1859 war die Apotheke im Besitz des Apothekers Georg Friedrich Arnold aus Possenheim. 1920 werden die beiden Haushälften von den Apothekern Friedrich und Georg Wunderlich zu einem Anwesen vereint.

Außerdem ist das Gebäude Geburtshaus des Professors der Chemie Dr. Karl Arnold (*1853, +1929 in Hannover).

17. Goldener Hirsch

Das Fachwerkhaus von 1590/91 wurde von Hans Stang erbaut und ist mit schmuckvollem Eckpfosten und Zierfachwerk zur Hofseite, der früheren Schauseite, ausgestattet. Im 18. Jhd. wurde das Gebäude mit einem massiven Erdgeschoss unterfangen und das Fachwerk der heutigen Marktplatzseite konstruktiv erneuert.

Im Sturz des barocken Natursteinportals findet sich die Bezeichnung: AV CERV D`OR.

Im Mittelalter war der Goldene Hirsch der bedeutendste Gasthof im Ort. So sollen u. a. 1632/34 mehrmals König Gustav Adolf und sein Feldmarschall Gustav Horn hier Quartier genommen haben.

18. Spätgotisches Wohnhaus

Hierbei handelt es sich um den ältesten noch erhaltenen Ständerbau von 1438/39. Erhalten sind noch die bemalten Balkendecken im unteren linken Eckzimmer, im Wohnzimmer darüber findet sich eine leicht gewölbte Bohlen-Balken-Decke und im Eingangsbereich eine mächtige Holzsäule („Ständer“).

Das Gebäude wurde wohl 1727 in zwei Haushälften geteilt und wurde erst 1989/90 bei einer Totalsanierung als eine Einheit wieder hergestellt. Dabei konnte am noch vorhandenen Holzwerk das ursprüngliche Raumgefüge mit der vertikalen Erschließung nachvollzogen und das Aussehen dieses spätmittelalterlichen Bauwerkes rekonstruiert werden.

19. Haas-Haus

Hier spiegelt sich der typische Baustil der Markgrafenzeit aus dem Jhd. wieder. Im Kern  finden sich noch Reste des Spätmittelalters.

Ursprünglich waren hier zwei eigenständige Anwesen, die 1859 von dem Posamentierer Wolfgang Michael Haas zu einem Besitz vereint wurden.

Das Haus besitzt ein massives Untergeschoss mit Fenstergewänden aus Sandstein. Links sieht man einen Konsolstein des Feinbäckers Grieninger (um 1788). Das Fachwerkobergeschoss ist verputzt, das Dach des Eckhauses ist ein Walm - Mansarddach. Das Haus ist seit 1808 im Besitz der Familie Haas.

20. Evang-Luth. Dekanat (seit 1556)

Beim Dekanat handelt es sich um ein massives, zweigeschossiges Walmdachhaus aus dem Jahr 1731. Ein zweiläufiger Treppenaufgang führt zum Eingangsportal mit gerader Gesimsverdachung. Der öffentliche Charakter des Gebäudes wird geprägt durch eine zurückhaltende Gliederung mit umlaufendem Gurtgesims unter den Obergeschossfenstern und den darunter liegenden Putzfeldern sowie den farbigen Fensterläden. Bei der letzten Sanierung 2010/11 erfolgte der Einbau zusätzlicher Dachgauben.

In den Jahren 1729-1762 war hier der Dienstsitz von Dekan Georgii, dem Verfasser der „Uffenheimischen Nebenstunden“.

21. Stadthalle Uffenheim

Die heutige Stadthalle wurde an Stelle der im II. Weltkrieg zerstörten städtischen Turnhalle von 1911/13 nach den Plänen von Architekt Ernst Gebert, Uffenheim, in den Jahren 1955/56 erbaut. Es findet sich ein zeitgenössischer filigraner Stil der Moderne in Stahlbetonskelett- und Massivbauweise mit typischer Wellplatteneindeckung vor.

Die Stadthalle wurde weitestgehend von heimischen Firmen errichtet und ist eine Mehrzweckhalle, die als Theater, Veranstaltungsraum und Schulsporthalle konzeptioniert wurde. In den Jahren 2005/2007 wurde die Halle restauriert und behindertengerecht ausgestattet.

22. Parnterschaftsbrunnen von 2014

Der Brunnen wurde durch den Künstler Azar Valizada erschaffen und stellt die europäischen Partnerschaftsstädte dar. Die Stelen stehen für Uffenheim, Pratovecchio/Toskana (1981), Egletons/Corrèze(2000) und Kolbudy/Pommern(2006).

Die Bronzereliefs zeigen wichtige Bauwerke in den jeweiligen Städten und bedeutende Persönlichkeiten.

Der Fluss des aufsteigenden Wassers zeigt den Weg der Kulturen, erst für das eigene Land und dann für die ganze Welt. Im Becken vermischen sich die kulturellen Leistungen dieser Länder. Das Wasser weist hin auf die Zeit mit ihrem Gegensatz aus der Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft und dem als einmalig erlebten Moment.

23. Bürgerturm

Der Bürgertum ist ein an der Nordecke der Stadt gelegener hoher schlanker unverputzter Rundturm aus Natursteinquadern mit Schießscharten und Kegeldach über profiliertem Gesimsstein. Nach Westen hin findet sich auf Höhe des ehemaligen Wehrganges eine historische Eingangstüre.

24. Goldener Stern

Ursprünglich waren Spitalplatz Nr. 9 und 10 ein Anwesen.  Bis 1685 war es ein herrschaftliches Brauhaus, später die Tavernwirtschaft „Goldener Stern“. Das Brauhaus  wurde 1769 vom letzten Amtskastner Konrad Christoph Jung neu erbaut.

Die Jahreszahl 1707 bei Haus Nr. 10 bezieht sich wohl auf die Trennung in zwei Anwesen und die Gewährung des Backrechtes auf Haus Nr. 10, welches 1887 vom Konditor Friedrich Wilhelm Ritter gekauft wurde.

Der Dichter Friedrich Güll hat im „Goldenen Stern“ sein Gedicht „Das Tischgebet“ verfasst.

25. Spitalkirche

Der historische Teil wurde von der Spitalstiftung des Edlen Gerlach von Hohenlohe um 1360 gestiftet.

1710/1711 erhielten Chor und Langhaus innen ungefähr ihr heutiges Aussehen mit  umlaufenden Emporen. 1879/81 erfolgte der Abriss der auf der West- und Südseite vorgebauten Giebelhäuser und die neuromanische Turmfassade mit integrierten Emporenaufgängen wurde erbaut.

Im Chor befindet sich ein Epitaph des Ludwig von Hohenlohe vom „Wolfskehlmeister“ um 1357. Die Renaissance-Kanzel stammt von Georg Brenck d. Ä. von 1610 und der Barockaltar von 1720 aus Wilhermsdorf.

26. Jung´sches Haus

Im Jahr 1738 wurde das Gebäude von Johann Gottfried Jung nach einem Entwurf des markgräflichen Bauamtes neu gebaut. Mit seiner ausgewogenen Putzgliederung ist das Haus eines der prägnantesten Beispiele seiner Zeit. Die Hofmauer mit säulengerahmter Einfahrt wurde passend gegen die Schmiedsgasse gegliedert. Die Portalinschrift im Hof über dem Hauseingang lautet „Johann Gottfried Jung“.

Von 1823 bis 1928 war die Familie Grieninger Eigentümer, aus der der spätere Landtags- und Reichstagsabgeordnete Friedrich Grieninger hervorgegangen ist.

27. Alte Sparkasse

Das dreigeschossige Eckhaus mit Walm-Mansardendach stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurde an der Stelle und auf Resten des ehemaligen markgräflichen Amtshauses erbaut.  Der Gutsbesitzer Johann Georg Krämer erwarb das Gebäude 1847 und richtete darin seine Privatbank ein. 1906 kauft die Stadt Uffenheim das Anwesen für die Städtische Sparkasse. Ab 1933 wurde diese zur Kreis- und Stadtsparkasse Uffenheim.

Auf dem Balkon mit den drei Voluten huldigten die Uffenheimer 1792 dem König Friedrich Wilhelm II. von Preußen.

28. Ansbacher Tor

Das Tor ist wohl erst im Zuge einer Stadterweiterung in der 2. Hälfte des 15. Jhd. im spätgotischen Stil entstanden (es befindet sich ein nachweislich 1488/90 datierter Schwellbalken im obersten Geschoss). Die Torangelsteine in der Durchfahrt sind heute noch vorhanden.

Das Tor wurde verändert und umgebaut: um 1700 diente es als vorgesetzte Barbakane, daneben war der Zwinger. Das derzeitige oberste Turmgeschoss über der Barbakane stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Dachgauben für die Turmuhr wurden nach 1970 entfernt.

29. Zollhaus

Hierbei handelt es sich um einen zweigeschossigen Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Walmdach. Ursprünglich war es zur Hälfte über einer steinernen Bogenbrücke errichtet. Das Haus war eines von zwei ehemaligen Zollhäusern und wurde 1719 von Johann Ludovicus Fleischmann erbaut. Nachweislich wurde hier der Pflasterzoll bis 1923 erhoben.

Im Jahre 2012/13 wurde das Haus abgebaut und leicht stadtauswärts versetzt mit neuem Erdgeschoss auf dem Neubau einer Flachbrücke aus Beton wieder errichtet.

30. Seiboldshaus und Reinhardhaus

Die Häuser wurden 1754 und 1798 durch die Maurerfamilie Endner errichtet. Das zweigeschossige Doppelhaus wurde mit einem Mansardwalmdach ausgestattet. Über den Hauseingängen der beiden eigenständigen Anwesen finden sich klassizistische Allegorien der Baukunst.

Die obere Haushälfte (Nr. 26) war von 1909 bis 1964 im Eigentum der Schlosserfamilie Seibold.

Die untere Haushälfte war der frühere Wohnsitz des Stifterehepaares und wurde für kulturelle Zwecke der „Hartungshof - Dr. Karl und Ilse Reinhard-Stiftung“ gewidmet, die seit 1988 unter städtischer Verwaltung steht.

31. Folterturm

Der runde ehemalige Wehrturm liegt an der Südostecke, diagonal der Stadtmauer vorgelagert. Der Turm besitzt ein Kegeldach über einem auskragenden profilierten Gesims. Die diagonale Vorlagerung diente der Verteidigung der Stadtmauer. Urkundlich sind hier keine Folterungen nachweisbar.

Im 19. Jhd. wurde der Turm zu Wohnzwecken ausgebaut und mit zeitgenössischen Fenstereinbauten verändert.

32. Schnellerturm

Der Schnellerturm ist ein in Form einer Bastei diagonal vorgesetzter verputzter Rundturm an der Südwestecke des Mauerrings zur Absicherung der Süd- und Westseite der Stadtbefestigung. Im späten 18. Jhd. wurde der Turm zum Wohnhaus für drei Familien umgebaut. Sehenswert ist das rundbogige Sandsteinportal mit profiliertem Gesims und Vase. Über eine Bogenbrücke erreicht man das gegenüberliegende  sogenannte „Jung’sche Kellerhaus“ aus dem frühen 18. Jahrhundert, das mit einem Gewölbekeller zur Weinlagerung versehen ist.

33. Alter Turm

Der Alte Turm wurde vermutlich in Hohenlohischer Zeit (ca. 1330-1349) als Südwestecke einer Vorburg errichtet. Nach Südwesten befand sich vorgelagert der „Schnellerturm“ als Bastion, wahrscheinlich vom Ende des 15. Jhd. Auch dieser Turm wurde im 18. Jhd. zu drei Wohnungen ausgebaut. Neben dem Alten Turm befindet sich eine verkleinerte Rekonstruktion der ehemaligen Stadtmauer.

Das Gebäudeensemble beherbergt den älteren Teil des sehenswerten, 1914 eröffneten Gollachgau-Museums, benannt nach dem gleichnamigen Gau, der seinen Namen vom Gollachbach ableitet.