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Stadtrundgang

1. Schloss

Die ehemalige Wasserburg war neben einer abgegangenen, im Uttenhofer Gehölz gelegenen, größeren Burganlage wohl bereits Sitz der Herren von Uffenheim, sicher aber später der Edlen von Hohenlohe, die das Schloss 1378 an den Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg (Zollern) verkauften. Nachdem das Schloss wohl um 1462 abbrannte, wurde die Anlage in den folgenden Jahren wieder aufgebaut. Erhalten ist aus dieser Zeit nur der Torturm. Weitere Baumaßnahmen lassen sich für die erste Hälfte des 17. Jh. erschließen. Der Ausbau des umfangreichen Nordteils erfolgte in den Jahren 1737-52 unter Leitung des markgräflichen Bauamtes Ansbach (Retti, Steingruber) durch den Maurermeister Zipold (Uffenheim). Heute dient das Gebäude als Finanzamt.

2. Oberamtskanzlei

Sie wurde 1702 als Verwaltungsgebäude der Markgrafen von Ansbach erbaut. Heute beherbergt sie den neuen Teil des Gollachgaumuseums.

3. Schnellerturm

Der basteiartig übereck vorgesetzte und verputzte Rundturm an der Südwestecke des Mauerrings mit Kegeldach und Garten dürfte wie die ganze Stadtbefestigung um das Jahr 1340 herum entstanden sein. Heute ist er Teil des Gollachgaumuseums.

4. Amtsgartenweg

Bei der ersten Stadterweiterung um 1730 angelegt, wird er bis heute gern als Spazierweg angenommen und bietet einen schönen Blick auf die Stadtmauer und weitere historische Gebäude.

5. Schulzentrum

An der Südwestflanke liegt gegenüber dem Schloß ein zierlicher, runder Mauerturm mit leicht vorkragendem Obergeschoß und achtseitigem Pyramidendach mit Knauf und Windfahne. Der Turm wurde 1909 grundlegend renoviert.

6. Heinrichsturm

Der Turm befindet sich an der Nordwestecke der an dieser Stelle noch gut erhaltenen Stadtmauer und enthält tiefe Verliese und eine Bastei. Bis vor wenigen Jahren war er noch bewohnt. Durch einen Mauerdurchbruch von 1739 schließt sich der Heisenstein an, eine romantische Gasse mit kleinen Häusern direkt an der Mauer.

7. Neue Gasse

Hier erfolgte die erste und einzige Stadterweiterung in der Markgrafenzeit. Carl Friedrich Wilhelm erließ im Jahr 1737 eine sog. „Baugnade“. Bauwillige bekamen das Grundstück und Bauholz umsonst sowie Steuerbegünstigungen, aber auch Auflagen wie z. B. ein einheitliches Aussehen, zweistöckige Bauweise und Brandschutzmaßnahmen.

8. Würzburger Tor

Der im Kern aus dem 14. Jh. stammende Torturm mit der 1583 vorgesetzten Barbakane erhielt 1696 ein neues massives Obergeschoss. Beteiligt waren der Maurer Georg Grießbach und Zimmermeister Heinrich Gebelein sowie  Schieferdecker Joh. Georg Kopp, letztere bauten gemeinsam das Dach. Gleichzeitig dürfte das Wohngeschoss auf die Barbakane aufgesetzt worden sein. Über der Tordurchfahrt ist ein gerahmter Stein mit Zollernwappen und der Jahreszahl 1583 zu sehen.

9. Scherenhof

1571 im Spätmittelalter erbaut, ist er ein bedeutendes Beispiel städtischen Fachwerkbaus in Mittelfranken.

10. Alte Post

Zu Beginn des 18. Jh. entstand das Gasthaus zum Goldenen Lamm mit Braugerechtigkeit, später diente der Bau als Posthalterei, Hotel und Restaurant. Als bedeutender Gasthof bekannt, sollen hier mehrfach hohe Persönlichkeiten logiert haben, so auch König Ludwig I. von Bayern. Die Gebäude, mittlerweile im städtischen Besitz, wurden im Jahr 2000 denkmalgerecht saniert und beherbergen nun die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken, die Beratungsstelle für Volksmusik des Bayerischen Landesvereins für Heimatkunde, ein Versicherungsbüro, die Stadtbücherei, einen Trausaal und Archivräume.

11. Markgrafenbrunnen

Der Brunnen wurde im Jahr 1749 zusammen mit der Treppenanlage vor der Pfarrkirche durch Johann David Steingruber (markgräfliches Bauamt Ansbach) entworfen. Er wurde von den Steinmetzen Starcky (Nürnberg), den Schmiedemeistern Christoff L. Scheuerlein und Johann L. Bunz (Uffenheim) sowie dem Staffiermaler Bischoff (Uffenheim) ausgeführt. Die kunstfertig geschmiedete Gittertüre trägt die Initialen des Markgrafen CWF (Carl Friedrich Wilhelm) und im Kreis darum angeordnet die Devise des englischen Hosenbandordens: HONY SOIT QUI MAL Y PENSE.

12. Stadtkirche

Erstmals wurde 1291 ein Pfarrer zu Uffenheim erwähnt. Die Pfarrkirche wurde 1724 wegen Baufälligkeit bis auf den Turm abgebrochen und von 1726-31 nach den Plänen des markgräflichen Baumeisters Karl Friedrich von Zocha im sog. Markgrafenstil errichtet. Nach einem Brand im Jahre 1890 entschloss man sich zu einem vollständigen Neubau nach Plänen von Steindorff (Nürnberg). Im April 1945 durch schweren Beschuss vollständig zerstört, entstand der jetzige Bau unter der Leitung der Architekten Siemsen und Wicht als moderne Kirche. 1953 wurde die heutige Kirche geweiht, 1988 fand eine Renovierung mit Umgestaltung des Innenraumes statt.

13. Rathaus

Das nach Plänen des Ansbacher Baubüros unter Retti und Steingruber Mitte des 18. Jh. errichtete Rathaus wurde 1945 vollständig zerstört, wobei auch sämtliche Archivbestände vernichtet wurden. Es wurde jedoch in seiner alten Gestalt wieder aufgebaut und wurde in den 50er Jahren als Berufsschule genutzt, bevor wieder die Stadtverwaltung in die Räumlichkeiten zog. 1974 wurde es zudem Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

14. Bürgerturm

Der an der Nordostecke gelegene, hohe, schlanke und unverputzte Rundturm aus Brockenquadern ist mit Schartenfenstern und einem Kegeldach über Karniestraufe versehen. Er diente als tiefes Verlies und ist nicht mehr begehbar.

15. Marktplatz

Da der freie Platz zwischen dem Rathaus und dem „Goldenen Hirsch“ bebaut wurde, ist er heute wesentlich kleiner als früher. Beachtenswert sind verschiedene Stilrichtungen und kleinere bauliche Besonderheiten, wie z. B. Außenverkaufstische. In den letzten Jahren investierten Stadt und Staat Millionen in die Sanierung des Untergrundes und eine historische und dennoch der Moderne angepasste Gestaltung der Oberfläche.

16. Dekanatsgasse 1

Das schön renovierte Haus, das heute eine Zahnarztpraxis beherbergt, stammt im Kern aus dem 14. Jh. und dürfte damit das älteste Haus Uffenheims sein.

17. Spitalkirche

1360 stiftete Gerlach von Hohenlohe das Spital mit einer „capella“, wobei 1402 eine zweite und 1504 eine dritte Messpfründe hinzukamen. Mit der Reformation wurde der Spitalpfarrer als Pfarrdiakon beibehalten. 1691 wurden zwei baufällige Türmlein an der Spitalkirche eingelegt und durch einen neuen Turm ersetzt, zudem entstanden an der Giebelfront zwei Häuser. In den Jahren 1710/11 wurde die Kirche eingreifend umgestaltet: Entfernung des Chorbogens, Einbau neuer und größerer Fenster, umlaufende Emporen; 1722 kam eine Innen- und Außeninstandsetzung hinzu. Die Giebelseite wurde 1881 nach Abbruch der barocken Häuser mit einer Turmfassade versehen. 1934 erfolgte eine letzte große Renovierung.

Mehr als sehenswert sind der Altar (18. Jh.), die Kanzel (1610, Georg Brenck aus Windsheim), der Taufstein (1588), die Orgel (1720) und verschiedene Grabdenkmäler (u. a. Ludwig von Hohenlohe, 1339-57).

18. Friedrich-Ebert-Straße

1945 stark zerstört, zählt sie heute mit dem Marktplatz und der Ansbacher Straße zu einer belebten und beliebten Hauptgeschäftsstraße.

19. Judengasse

Das frühere jüdische Ghetto, welches mit Toren von der restlichen Stadt abgegrenzt wurde, war eng an die zum Teil sichtbare Stadtmauer angebaut und entstand weitgehend im 18. Jahrhundert.

20. Ansbacher Tor

Im Kern stammt das Tor aus dem 14. Jahrhundert, wurde 1746/47 aber zusätzlich mit einem Barbakanenobergeschoss versehen und erhielt gleichzeitig ein neues Dach.

21. Zollhaus

1719 erbaut, wurde hier bis 1923 noch Pflasterzoll erhoben. Am Türsturz findet man die Inschrift „JOHANNES.LUDOVICUS.FLEISCHMANN 1719 den 31. May“.

22. Folterturm

Der an der Südostecke des Stadtkerns liegende runde, wuchtige Turm wurde ab dem 19. Jh. zu Wohnzwecken verwendet, abgesehen von modernen Fenstereinbauten fanden jedoch keine großen Veränderungen im und am Bau statt. Der Turm besitzt ein Kegeldach über Karniestraufe.

23. Stadtgraben

In der Grabenzone wurden 1481 Fischweiher eingerichtet. Die Nordseite wurde um 1700 verbaut (Neue Gasse), im 18. Jh. dann auch die Ostseite. Zwischen dem Bürgerturm und der Stadthalle liegt eine Parkanlage, die Süd- und Südwestseite wird von teilweise bebauten Gärten eingenommen.

24. Die Schranne

Das 1735 erbaute große Schrannengebäude diente zunächst der Lagerung von Getreide. Später war die Schranne viele Jahre (bis 1994) Standort der Feuerwehr. Im Dachgeschoss mit seinen außergewöhnlich gestalteten Gauben ist die landwirtschaftliche Abteilung des Heimatmuseums untergebracht.