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Neue Gasse

 

Uffenheim hatte durch seine günstige Lage an der Heerstraße in Kriegszeiten, besonders aber im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) durch Truppendurchzüge und Belegung mit Truppen sehr viel zu leiden.

So wurde Ende Oktober 1631 die damals schon vierzehn Häuser zählende außerhalb der Stadtmauer gelegene Obere Vorstadt geplündert und in Asche gelegt. Dies erfolgte durch die kaiserliche Tillysche Armee bei ihrem Vorbeizug nach Rothenburg ob der Tauber.

Diese Brandstätte wurde erst nach über 100 Jahren aufgeräumt und der nördliche Stadtgraben 1720/1730 aufgefüllt. 1731 erfolgte auch der Mauerdurchbruch am Heisenstein.

1737 erließ der Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (CWF) die sogenannte Baugnade; d.h. Bauwillige bekamen dort Grundstücke und Bauholz kostenlos. Ebenso bekamen sie Steuervergünstigungen, aber auch Bauauflagen wie einheitliches Aussehen, zweistöckige Bauweise, Brandschutzmauern, Traufe zur Straße aus Ersparnisgründen. Die Brandschutzmauern waren damals die ersten Präventionsmaßnahmen im süddeutschen Raum gegen einen Stadtbrand. Es handelte sich hierbei um die erste und einzige Stadterweiterung während der Markgrafenzeit.

Für das Haus Nr. 4 (mit großer Gaube) war im Jahre 1809 lt. Häuserbuch eine Schänke mit Billiardgerechtsame (= Recht, Billiardspiel zu betreiben) im Grundbuch eingetragen. Man könnte sagen, dies war die erste Uffenheimer Spielhölle.

Bei dem letzten Haus stadtauswärts rechts,  handelt es sich um das ehemalige Schülerheim des Progymnasiums Uffenheim. Es handelt sich hierbei um einen Bau aus dem Jahr 1908. Das vorhergehende zweigädige Wohnhaus aus dem Jahre 1739 beherbergte ab dem Jahre 1862 das Bankhaus Grieninger & Sohn,  in dem auch der Bankier Wilhelm Crämer sen. als Direktor beschäftigt war.

Friedrich Grieninger (*1835  +1915) war von 1862 – 1875 Bürgermeister von Uffenheim, und Wilhelm Crämer sen. (*1836  +1895) bekleidete dieses Amt von 1876 bis 1881. Das Bankhaus und das Gebäude gingen am 29. September 1905 durch Verkauf an die Bayrische Diskonto- und Wechselbank über.