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Deutsches Schulhaus, Kirchplatz 2

 

Das Schulhaus links neben dem Markgrafenbrunnen war 1655 dermaßen baufällig, dass es vor dem Einsturz stand. Die Gemeinde nutzte zu dieser Zeit das Kellergeschoss gegen die Gasse zu als Fleischhaus.

1732 wird es als ein „altes, untaugliches Gebäude“ bezeichnet und 1739 neu errichtet.

1525 war der ehemalige Schulmeister Hans Leußner „Feldweibel“ bei den aufständischen Bauern. Seit 1570 war hier ein eigener „deutscher Schulmeister“ im Dienst. 1603 erhält der „teutsche“ Schulmeister Niklas Martin Hellmuth seine Altersversorgung im Spital. Sein Nachfolger ist Sebastian Michael Sommer.

Die Uffenheimer Schulordnung aus dem Jahre 1694 bestätigte nochmals besonders diese Deutsche Schule, die entsprechend Luthers Vorschlag auch von Mädchen besucht wurde. 

Ab 1834 wird das Gewölbe des Schulhauses zur ebenen Erde als Schranne benutzt. Als Schranne bezeichnet man in Süddeutschland den Getreidemarkt oder einen Kornspeicher. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dieses Gewölbe vom gegenüberliegenden Eisenwarengeschäft von Heinrich Schemm als Ausstellungs- und Lagerraum genutzt.

Dieses Haus am Kirchplatz 2 ist auch das Geburtshaus des späteren Dekans Johann Friedrich Christoph Bauer, der im Jahre 1848 Abgeordneter und Vizepräsident des Parlaments in der Frankfurter Paulskirche war.

Teile des Gebäudes dienten bis vor einigen Jahren der evangelischen Kirchengemeinde als Raum für Kindergottesdienste. Derzeit befindet sich das Haus in Privathand, die vier Wohneinheiten sind vermietet.