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Gasthaus Goldener Hirsch, Marktplatz 7

 

Das Gebäude ist auch als „Stangsches Haus“ oder „Hörlinshaus“ bekannt.

Das Wappen links des Portals stammt aus dem  Erbauungsjahr 1590. „Hans Stang 1590“. Im Türsturz ist die Bezeichnung “AV CERF D`OR – Zum Goldenen Hirsch“ zu lesen. Das Portal ist nicht original sondern stammt aus dem Rokoko.

Auch hier handelt es sich ab 1603 um eine Tavernwirtschaft (Erbtaverne seit 1686).

Das Gebäude stammt aus der Blütezeit des fränkischen Fachwerkbaus. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude mit einem massiven Erdgeschoss unterfangen und das Fachwerk der heutigen Marktplatzseite konstruktiv erneuert. Die auf den später zugebauten Marktplatz gerichtete Hauswand an der Nordseite ist besonders reich verziert.

Der Goldene Hirsch war seinerzeit der bedeutendste Gasthof in Uffenheim.

Hier nächtigten 1632 zweimal König Gustav Adolf von Schweden und sein Feldmarschall Gustaf Horn. Gustav Adolf fiel in der Schlacht bei Lützen im November 1632. Feldmarschall Gustaf Horn übernahm ab diesem Zeitpunkt die Führung des Schwedischen Heeres. Dessen Kind Gustaf Gustafson, 1648 in Kulmbach geboren und verstorben, wurde 1649 hier in Uffenheim begraben. Sein Epitaph befindet sich heute in der Spitalkirche.

Später unter den Besitzerfamilien Gronbach und Hörlin fungierte das Gasthaus in der Zeit von 1898 bis 1918 auch als „Herberge zur Heimat“ oder als „Natural-Verpflegsstation“, wie die amtliche Bezeichnung ihrer Unterkunft lautete. Hier wurden reisenden Handwerksburschen aber auch Landstreichern Verpflegung und Nachtquartier gewährt. Für das Jahr 1902 sind 4.618 Verpflegungen von Handwerksburschen nachgewiesen.

Abends vor dem Schlafengehen wurden die Personalien dieser Übernachtungsgäste durch einen Polizeiwachtmeister mit dem Fahndungsbuch und vorliegenden Steckbriefen abgeglichen. Bisweilen gelang es hierbei einen gesuchten Verbrecher herauszufischen, der in den Reihen der Heimatlosen untergetaucht war. Die Polizeistation war zu dieser Zeit praktischerweise im gegenüberliegenden Haus Nr. 7 (linkes Eckhaus zur Dekanatsgasse) untergebracht.

Im Gasthaus bestand bis 1908 gleichzeitig eine dazugehörige Brauerei.

Das Gasthaus wurde 1918 geschlossen.