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Das Haas-Haus, Marktplatz 6

 

Erbaut im 18. Jahrhundert handelt es sich um ein massives, verputztes, zweigeschossiges Doppelhaus im typischen Baustil der Markgrafenzeit. Der nördliche Teil gegen die Dekanatsgasse zeigt ein Walm-Mansarddach mit klassizistischen Gauben. Im Erdgeschoss befindet sich eine klassizistische Fensterkonsole mit Reliefmedaillon und der Initiale

-G-.

Herkunft der Initiale:

Von 1788 bis 1826 war das Haus im Besitz des Konditormeisters Johann Georg Grieninger. Dieser verkaufte seine Erzeugnisse über den sogenannten „Bäckerstein“ an seine Kundschaft.

Im südlichen Teil des Hauses findet man einen markgräflich zeitgenössischen Portalschmuck mit einem Keilstein und der Inschrift „1714 GMT“. Dies sind die Initialen des damaligen Hausbesitzers Georg Matthias Dommer, alte Schreibweise von Thoma. Er war von Beruf Schuhmacher.

Dieser Gebäudeteil, der seit 1834 der Familie Haas gehört, birgt im Inneren noch spärliche spätmittelalterliche Fachwerk-Mauerreste, wie bei den letzten Renovierungsmaßnahmen festgestellt werden konnte.

Im Eckhaus zur Dekanatsgasse, dem eigentlichen Wohnhaus, ließ um 1910 Otto Haas vom Schreinermeister Martin Alt aus Uffenheim zwei Räume mit reicher Holzkassettendecke sowie Holzlamperien (Vertäfelungen) ausstatten, die heute noch gut erhalten sind.

Der „Marktplatz“ ist heute eigentlich nur noch eine Straße. Früher erstreckte er sich zwischen dem Stang´schen Haus = Goldener Hirsch und dem Rathaus.

Im Rahmen der Stadterweiterung sollte er nördlich um die Stadtkirche und außerhalb der Stadtmauer verlegt werden, mit folgenden Absichten:

•         Die Kirche stünde dann mitten auf dem Marktplatz

•         Dieser befände sich zwischen alter und neuer Stadt

•         Das Rathaus befände sich zwischen altem und neuem Markt

 

Diese Pläne von 1699, 1732 und 1762 wurden jedoch nicht verwirklicht (Geldmangel bei den Markgrafen und Desinteresse nach dem Tode von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich). Der alte Marktplatz wurde zwischenzeitlich bebaut.

Vom 24.03.1933 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges hieß der Marktplatz „Hindenburg-Platz“.