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Bürgerhäuser Ansbacher Str. 26 und 28

 

 

Die beiden Bürgerhäuser gehören zur Baugruppe der dem Ansbacher Tor vorgelagerten unteren Vorstadt. Städtebaulich von herausragender Bedeutung ist die überzeugende Lage der spätbarocken Gebäude an der Gabelung der beiden Ausfallstraßen nach Ansbach und Rothenburg.

Der Maurer und Steinhauer Johann Georg Endner hatte das Anwesen 1794 von seinem Vater übernommen und die beiden Häuser nach dem Abbruch des Vorgängergebäudes (Baujahr 1754) im Jahre 1798 neu errichtet. Seine beiden Berufe hat er hierbei  in Allegorien verewigt.

Das zweigeschossige Eckhaus (Nr. 26) in Massivbauweise mit Mansard-walmdach steht mit seiner Frontseite in der Sichtachse der Ansbacher Straße. Die Verkürzung des Gebäudes von 4 zu 5 auf 4 zu 3 Achsen erfolgte in den Jahren 2018 und 2019 zur Entschärfung der Kurvensituation auf der Staatsstraße 2419. Bei der Verkleinerung des im Besitz der Stadt befindlichen Gebäudes wurden hier drei Einzimmerwohnungen eingerichtet.

Hierbei wurden die ursprüngliche Lisenengliederung und das vormalige Gurtgesims nur noch farblich angedeutet. Lisenen sind schmale und leicht hervortretende vertikale Verstärkungen der Wand.

Die Frontseite wird von einem flachen dreigeschossigen Mittellrisalit dominiert.  Die mittlere Achse der Längsseite ist durch ein hausteingerahmtes Pilasterportal mit gerader Gesimsverdachung besonders hervorgehoben und wird von einer Supraporte mit  der Inschrift „17 Johann Georg Endner 98“ und einem Relief (Allegorie der Architektur) bekrönt.

Schon vor dem 2. Weltkrieg hatte hier die Familie Reinhard ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet. Deren Sohn Dr. Karl Reinhard eröffnete in den Räumen ca. 1955 seine Arztpraxis. Die von seiner Witwe Ilse Reinhard begründete „Hartungshof – Dr. Karl und Ilse Reinhard Stiftung“ ist seit 1988 rechtsfähig und dient dem Zweck der Kultur- und Denkmalschutzförderung in Uffenheim.

 

Das in einer fortlaufenden Front anschließende Haus Ansbacher Str. 28 weist im Gegensatz zum Nachbargebäude noch die Originale der Ecklisene und des Gurtgesimses auf. Hier sind auch noch die beim Eckgebäude schon seit vielen  Jahren verschwundenen Putzgliederungen in Form von diglyphengerahmten (Rahmen mit 2 Rillen) Lambrequins (Darstellungen von Vorhängen) erhalten geblieben. Das zentrale Hausteinportal mit gerader Gesimsverdachung ist auch hier besonders hervorgehoben und trägt eine Allegorie (Darstellung) der Bildhauerkunst.

Hier eröffnete Konrad Seibold am 30.03.1909 seinen Betrieb. Dessen vielfältige Angebote umfassten im Laufe der Jahre bis 1964 die Bereiche Schlosserei, Fahrrad- und Nähmaschinenverkauf, Autovermietung, Reparaturen und Wasserinstallation.